Tariferfolg bei Vascomed VascoMed in Binzen: IG Metall erzielt Tariferfolg für die Beschäftigten

Für die knapp 200 Beschäftigten des Herzkatheterherstellers VascoMed in Binzen gibt es gute Nachrichten: Nach intensiven Verhandlungen zwischen der IG Metall und dem Arbeitgeber liegt seit Montag, den 17. August, ein Verhandlungsergebnis über die künftigen Entgelte und Arbeitsbedingungen vor.

Warnstreikaktion am 15.09.2022 in Nürnberg

18. August 2026 18. August 2026


Möglich wurde dieser Erfolg durch den großen Einsatz der Beschäftigten. Mit aktiven Mittagspausen, einem Warnstreik und einer engagierten Begleitung der Verhandlungen haben die Kolleginnen und Kollegen deutlich gemacht, dass sie für bessere Arbeits- und Einkommensbedingungen einstehen.

Das Verhandlungsergebnis sieht für das Jahr 2026 eine Tariferhöhung von 3,6 Prozent vor. Darüber hinaus sollen die künftigen Entgelterhöhungen aus dem Flächentarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie für die Jahre 2027 und 2028 bis zu einer Grenze von je 3% übernommen werden. Damit konnte auch unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein Reallohnplus für die Beschäftigten erreicht werden.

Ein weiterer wichtiger Erfolg ist die Vereinbarung eines Weihnachtsgeldes als neues tarifliches Entgeltelement. Dieses soll im Jahr 2026 und 2027 jeweils 500 Euro betragen und im Jahr 2028 auf 750 Euro ansteigen.

Zusätzlich wurden über die Laufzeit des Tarifvertrags bis Ende 2028 drei zusätzliche freie Tage vereinbart.

„Die Kolleginnen und Kollegen von VascoMed haben durch ihr äußerst bemerkenswertes Engagement für ihre Arbeitsbedingungen dafür gesorgt, dass der Arbeitgeber letztlich seine Verantwortung für die Belegschaft und den Standort wahrgenommen hat. Der Weg, der in Binzen beschritten wurde, ist beispielhaft“, erklärt der zuständige Gewerkschaftssekretär der IG Metall, Holger Bertsch.

Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage bewertet die IG Metall den Verhandlungsstand als außerordentlich positives Signal für die Beschäftigten und den Standort Binzen.

Gleichzeitig macht die Gewerkschaft deutlich, dass weitere Schritte notwendig bleiben: „Wir halten an diesem Weg fest. Es gilt weiterhin, die noch bestehende Lücke zu den tariflichen Bedingungen zu schließen, die die Beschäftigten der Muttergesellschaft Biotronik in Berlin bereits erreicht haben. Diesen Weg werden wir konsequent weitergehen.“

Das Verhandlungsergebnis steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Gremien des Arbeitgebers sowie der Bestätigung durch die IG Metall-Mitgliederversammlung. Erst nach diesen Beschlüssen kann der Tarifabschluss endgültig in Kraft treten.