Beschäftigte setzen ein klares Zeichen Erfolgreicher Warnstreik bei Vascomed: Hohe Beteiligung erhöht Druck auf Geschäftsführung

Mit einer beeindruckenden Beteiligung haben die Beschäftigten der VascoMed GmbH in Binzen heute ihre Forderungen nach fairen Löhnen und einer gerechteren Bezahlung innerhalb des Biotronik-Konzerns bekräftigt.

Tarifrunde Eisen und Stahl 2022: Warnstreik Georgsmarienhütte

14. Juli 2026 14. Juli 2026


Dem Aufruf der IG Metall zum Warnstreik folgten die große Mehrheit der knapp 160 Beschäftigten und setzten damit ein deutliches Zeichen an die Geschäftsführung.

Hintergrund des Arbeitskampfes sind die laufenden Tarifverhandlungen. Nachdem die Arbeitgeberseite bislang kein aus Sicht der Beschäftigten verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt hat und weitere Verhandlungstermine bislang nicht vereinbart werden konnten, machten die Beschäftigten nun deutlich, dass sie weitere Verzögerungen nicht länger akzeptieren werden.

Besonders groß ist der Unmut über die weiterhin bestehende Einkommenslücke innerhalb des Konzerns. Beschäftigte bei VascoMed verdienen mehr als 35 Prozent weniger als vergleichbare Kolleginnen und Kollegen in tarifgebundenen Gesellschaften der Unternehmensgruppe. Während die Beschäftigten der Muttergesellschaft Biotronik sowie der Litronik GmbH von tariflichen Standards profitieren, bleiben die Beschäftigten in Binzen deutlich zurück.

„Die heutige Beteiligung zeigt eindrucksvoll, wie groß der Zusammenhalt in der Belegschaft und wie hoch die Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation ist“, erklärt Holger Bertsch, Gewerkschaftssekretär der IG Metall. „Die Kolleginnen und Kollegen leisten jeden Tag hochqualifizierte Arbeit in der Medizintechnik und tragen maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens bei. Sie erwarten zu Recht Respekt, Anerkennung und eine Bezahlung, die ihrer Leistung entspricht.“

Die IG Metall fordert für die rund 160 Beschäftigten eine Entgelterhöhung von 4,4 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sowie weitere tarifliche Verbesserungen. Demgegenüber hatte die Geschäftsführung bislang eine Erhöhung der Entgelte um 2,8 Prozent und eine Einmalzahlung von 500 Euro angeboten.

Aus Sicht der Beschäftigten reicht dieses Angebot angesichts der gestiegenen Lebenshaltungskosten und der erheblichen Einkommensunterschiede innerhalb des Konzerns nicht aus. Dauerhafte tabellenwirksame Erhöhungen seien notwendig, um die Kaufkraft nachhaltig zu stärken und die bestehenden Ungleichheiten zu verringern.

Der heutige Warnstreik hat nach Einschätzung der IG Metall deutlich gemacht, dass die Belegschaft geschlossen hinter den Tarifforderungen steht. Die hohe Beteiligung sei ein klares Signal an die Geschäftsführung, endlich ein verbessertes Angebot vorzulegen und die Tarifverhandlungen konstruktiv fortzuführen.

„Die Beschäftigten haben heute eindrucksvoll gezeigt, dass sie für ihre berechtigten Forderungen einzustehen bereit sind“, so Bertsch. „Nun liegt es an der Geschäftsführung, den Weg für eine faire Lösung zu öffnen. Die Erwartung der Belegschaft ist klar: gleiche Wertschätzung für gleiche Leistung.“