Mit einer beeindruckenden Beteiligung haben rund 600 Beschäftigte der Firma Nemera Neuenburg heute ein kraftvolles Zeichen in der laufenden Tarifrunde der Holz- und Kunststoff verarbeitenden Industrie Baden‑Württembergs gesetzt. Bei sonnigem Wetter und guter Stimmung legten die Beschäftigten für eine Stunde die Arbeit nieder und beteiligten sich an einem Warnstreik, zu dem die IG Metall aufgerufen hatte.
Die große Beteiligung spiegelte nicht nur die Entschlossenheit der Beschäftigten wider, sondern auch ihre tiefe Bestürzung über das bisherige Angebot der Arbeitgeberseite. Nach zwei ergebnislosen Tarifrunden hatten die Arbeitgeber ein Angebot vorgelegt, das weder eine Entgelterhöhung für das Jahr 2026 vorsieht noch eine Aussage zu Steigerungen im Jahr 2027 enthält. Zusätzlich soll die Laufzeit bis April 2028 und damit 29 Monate betragen. Weiterhin fordern die Arbeitgeber die Möglichkeit, in wirtschaftlich schwachen Betrieben vom Tarifvertrag abzuweichen.
„Ein solches Angebot ist schlicht nicht verhandlungsfähig“, so die klare Botschaft der Beschäftigten aus Neuenburg. Die IG Metall fordert eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 5 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten sowie eine überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütungen. In Zeiten hoher Belastung, enormer Preissteigerungen bei Gütern und Dienstleistungen und wachsender Unsicherheit brauche es klare Signale der Wertschätzung und Planungssicherheit – nicht weitere Verschiebungen zulasten der Beschäftigten.
Mit dem heutigen Warnstreik reiht sich Nemera Neuenburg in eine Vielzahl von Betrieben ein, in denen aktuell flächendeckend und bundesweit Warnstreiks stattfinden. Die Beteiligten machten unmissverständlich deutlich, dass der Druck auf die Arbeitgeberseite steigen wird, solange kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt wird.
„Die Botschaft, die heute von Neuenburg ausgegangen ist, ist deutlich und eindrucksvoll“, betonten die Vertreterinnen und Vertreter der IG Metall vor Ort. „Wir erwarten, dass die Arbeitgeber diese Signale ernst nehmen und am Montag, den 19. Januar, in der dritten Tarifverhandlung endlich ein Angebot vorlegen, das den Beschäftigten gerecht wird.“